Nachruf auf unser Gründungsmitglied Peter J. Hamberger (12.4.1956 – 5.6.2026)

Peter J. Hamberger leitete von 1981 bis 2022 umsichtig und engagiert den Ausschuss für Mission und Entwicklung der Pfarre Loosdorf. In dieser Zeit formte sich dieser zu einer nicht mehr weg zu denkenden Einrichtung der Pfarre, die über deren Grenzen hinaus bekannt wurde. Während am Beginn die Sammlung von Sachspenden im Vordergrund stand, die zeitweise so erfolgreich war, dass sie die Kapazitäten der pfarrlichen Ressourcen in räumlicher und personeller Hinsicht zu sprengen drohte, veränderte sich die Arbeit im Lauf der Zeit immer mehr in Richtung Sammlung von Geldspenden, um Missionare und andere Projektverantwortliche vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Peter begleitete diesen Prozess mit Rat und Tat und war maßgeblich an der Entwicklung jener Grundsätze beteiligt, die die Arbeit des Ausschusses prägen: Hilfe zur Selbsthilfe, sorgfältige Auswahl und Prüfung der Projektpartner, Offenheit für verschiedene Anliegen und Länder, Unterstützung eher kleinerer Initiativen, die auf Hilfe besonders angewiesen sind, möglichst persönliche Vorstellung der Aktionen durch die Projektverantwortlichen, sowie widmungsgemäßer Einsatz der Spenden bis zum letzten Cent. Die Verbreitung von Informationen über verschiedene Hilfsangebote war ihm ebenfalls ein großes Anliegen.

Als besondere Erfolgsgeschichte erwiesen sich die Weihnachtsaktionen, deren Vorbereitung und Umsetzung Peter immer sehr wichtig war. Im Lauf der Jahre konnten zusammengerechnet mehr als € 300.000.- für Notleidende in vielen Staaten der Welt gesammelt werden – ein eindrucksvolles Zeugnis christlicher Nächstenliebe – getragen vom Gedanken, dass Teilen uns näher zusammenbringt – weltweit und im kleinen Kreis.

Peter war nicht nur Theoretiker, sondern besuchte auch selbst betroffene Menschen vor Ort: Eine besonders enge Beziehung bestand zum Orden der Königinnen der Apostel, der sich z.B. um blinde Kinder in Indien kümmert und zum Haus Emaus in Topilejo am Stadtrand von Mexiko City, das vom niederösterreichischen Missionar Martin Römer geleitet wird. Peter hat mehrere Vorträge über seine berührenden Erlebnisse mit den dortigen Bewohnern gehalten, seinen letzten bereits im Bewusstsein seiner schweren Krebserkrankung. Sein Wunsch, einmal mit einer bei der Weihnachtsaktion finanzierten Rikscha in Varansi zu fahren, blieb Peter leider versagt.

Nach seinen Motiven für die Mitarbeit befragt, hat Peter in einem Interview einmal gesagt: „Aus Dankbarkeit dafür, dass ich ohne mein Zutun in einem sicheren, schönen Land leben kann, wo es mir an nichts mangelt, wo ich nicht Krieg, Unterdrückung, Not erleiden muss. Auch deshalb, um von meinem unverdienten Überfluss etwas abzugeben, um etwas Sinnvolles zu tun“.

Lieber Peter!
Danke für deinen unermüdlichen Einsatz! Wir werden versuchen, in deinem Sinne weiterzumachen und sind uns sicher, dass du unsere Arbeit weiter begleiten wirst!